Microsoft stellt den Dienst Microsoft Teams Live Chat bis Mitte Oktober 2026 ein. Für Unternehmen, die das Website-Widget zur Kundenkommunikation einsetzen, besteht damit konkreter Handlungsbedarf: Spätestens bis zum 5. Oktober 2026 sollte eine alternative Lösung bereitstehen und das bisherige Widget von den betroffenen Webseiten entfernt werden.
Die Abschaltung betrifft Unternehmen, die Kundenanfragen über ein Live-Chat-Widget auf ihrer Website direkt in einen Microsoft-Teams-Kanal weiterleiten. Wer diese Funktion bislang für den Kundenservice, Vertrieb oder die Leadgenerierung nutzt, sollte die Umstellung frühzeitig planen.
Weiterlesen: Microsoft Teams Live Chat wird eingestelltWas ändert sich?
Bereits seit Anfang August 2026 können neue Kunden Microsoft Teams Live Chat nicht mehr einrichten. Anfang Oktober endet zudem der Support für den Dienst. Gleichzeitig werden Nachrichten, die Besucher über das bisherige Chat-Widget auf der Website senden, nicht mehr an Microsoft Teams weitergeleitet.
Für Unternehmen bedeutet das: Ein weiterhin eingebundenes Widget kann ab diesem Zeitpunkt seine eigentliche Funktion verlieren. Website-Besucher könnten zwar noch mit dem Widget interagieren, ihre Nachrichten erreichen das Unternehmen jedoch nicht mehr über den bisherigen Weg.
Das kann insbesondere dann problematisch werden, wenn der Live-Chat ein etablierter Bestandteil des Kundenservice oder Vertriebsprozesses ist. Unbeantwortete Kundenanfragen und verlorene Leads sind mögliche Folgen einer nicht rechtzeitig geplanten Umstellung.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Betroffen sind insbesondere Unternehmen, die auf ihrer Website das Microsoft-Teams-Live-Chat-Widget einsetzen und eingehende Chat-Anfragen direkt an einen Teams-Kanal weiterleiten.
Geschäftsführer und IT-Verantwortliche sollten daher prüfen:
- Wird Microsoft Teams Live Chat aktuell auf einer oder mehreren Webseiten eingesetzt?
- Welche Abteilungen bearbeiten die eingehenden Chat-Anfragen?
- Gibt es dahinterliegende Prozesse für Kundenservice, Vertrieb oder Support?
- Welche Alternative soll künftig für die Kommunikation mit Website-Besuchern eingesetzt werden?
- Ist die technische Entfernung des bisherigen Widgets bereits eingeplant?
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Die Umstellung sollte nicht bis zur Abschaltung des Dienstes aufgeschoben werden. Empfehlenswert ist ein schrittweises Vorgehen.
1. Einsatz prüfen
Zunächst sollte ermittelt werden, auf welchen Webseiten und Unterseiten das Live-Chat-Widget eingebunden ist und welche Geschäftsprozesse davon abhängig sind.
2. Alternative auswählen
Anschließend sollte eine geeignete Alternative für den Website-Chat geprüft werden. Dabei sollten neben den technischen Funktionen auch Datenschutz, Integration in bestehende Systeme, Benutzerverwaltung und die Anforderungen von Kundenservice und Vertrieb berücksichtigt werden.
3. Prozesse anpassen
Eine neue Chat-Lösung allein reicht nicht aus. Verantwortlichkeiten und interne Abläufe sollten ebenfalls überprüft werden. Die zuständigen Teams müssen wissen, wo neue Anfragen künftig eingehen und wie diese bearbeitet werden.
4. Widget entfernen
Administratoren sollten die betroffenen Webseiten auf das bisherige Widget überprüfen. Laut Microsoft lässt sich die Einbindung unter anderem über das Script-Tag mit der ID „chatbot“ identifizieren. Dieses sollte nach erfolgreicher Umstellung von den entsprechenden HTML-Seiten entfernt werden.
5. Historische Chats sichern bzw. prüfen
Bereits vorhandene Chatverläufe bleiben laut Microsoft in den jeweiligen Teams-Kanälen erhalten und werden durch die Einstellung des Dienstes nicht gelöscht. Trotzdem sollten Unternehmen prüfen, ob diese Informationen für Dokumentation, Kundenservice oder interne Nachvollziehbarkeit weiterhin benötigt werden.
Fazit: Die Abschaltung ist vor allem eine organisatorische Aufgabe
Die Einstellung von Microsoft Teams Live Chat ist nicht nur ein technisches Detail. Unternehmen sollten prüfen, welche Rolle der Website-Chat im Kundenservice und Vertrieb spielt und wie dieser Prozess künftig abgebildet werden soll.
Für IT-Verantwortliche bedeutet das, rechtzeitig eine technische Alternative zu evaluieren und die betroffenen Webseiten zu identifizieren. Geschäftsführer sollten insbesondere sicherstellen, dass die Abschaltung nicht zu Unterbrechungen in der Kundenkommunikation oder zum Verlust von Anfragen führt.
Wer den Microsoft-Teams-Live-Chat aktuell nutzt, sollte daher nicht bis Oktober warten, sondern die Umstellung jetzt planen.

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